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Der dritte im Web veröffentlichte Elternbrief!
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Eltern unserer Schülerinnen und Schüler!
Seit dem letzten Elternbrief vom Januar bestimmt ein Schlagwort die bildungspolitische Diskussion: PISA.
Diese Studie der OECD, an der 32 Staaten teilgenommen haben, hat dem deutschen Bildungssystem einen ernüchternden 21. Platz im Bereich der Lesekompetenz und den 20. Platz in den Bereichen Mathematik und Naturwissenschaften beschert. Dabei ist u.a. deutlich geworden, dass in Deutschland eine große Distanz zwischen den leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern liegt. Die leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler haben häufig einen Migrationshintergrund oder kommen aus sozial benachteiligten Familien.
Eine der Konsequenzen wird daher die verstärkte Sprachförderung schon in der Grundschule sein. Die erste greifbare Konsequenz aus PISA ist für uns die Einführung von Parallelarbeiten zum Ende des ersten Schulhalbjahres in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Darüber hinaus sind landesweite Vergleichsarbeiten sowie die Einführung einheitlicher Prüfungsanforderungen geplant. Auch die Orientierungsstufenordnung wird überarbeitet. Mit der Qualität des deutschen Bildungssystems sieht es also z.Zt. eher schlecht aus, ähnlich ist die räumliche Situation an unserer Schule:
Starteten wir in das vorige Schuljahr schon mit einer Rekordschülerzahl von 351 in 15 Klassen, so sind es in diesem Schuljahr 380 Schülerinnen und Schüler, die in 16 Klassen von insgesamt 28 Lehrkräften unterrichtet werden, darunter vier Lehramtsanwärterinnen und zwei stundenweise beschäftigte Lehrkräfte.
Die Klassen sind im Hauptgebäude (12), in Containern (3) und im VHS-Trakt (1) untergebracht!
Im Oktober jährt sich übrigens zum zweiten Mal der Beschluss der Gemeindevertretung, die Realschule durch einen Anbau zu vergrößern! Auch an der Schulhofsituation hat sich trotz aller Hinweise und Eingaben der Schule nichts geändert.
In diesem Zusammenhang muss ich auch auf die prekäre Situation der Fahrradfahrer hinweisen. Den inzwischen rund 300 Radfahrern stehen 145 Stellplätze zur Verfügung. Es bleibt also nur zu hoffen, dass im Zuge des Anbaus auch die Zahl der Stellplätze erheblich vergrößert wird. Um "wildes Abstellen" der Fahrräder zu vermeiden, weisen Sie Ihre Kinder bitte darauf hin, dass sie, trotz der Enge, ihre Fahrräder im Bereich der vorhandenen Fahrradständer am Sportplatz bzw. am oder im Fahrradschuppen abstellen. Durch die kommende Winterzeit wird sich die Situation zunächst ohnehin entschärfen, wenn die Schülerinnen und Schüler aus Klausdorf mit dem Bus kommen. Dazu einige unvermeidliche Hinweise:
Die Busfahrkarten werden über das Sekretariat ausgegeben; für die Fahrschüler/innen wird der untere Eingangsbereich des Gebäudes als Fahrschülerraum zur Verfügung gestellt. Nach Ankunft an der Schule können sie das Gebäude betreten und sich im Fahrschülerbereich aufhalten, bis es um 07.35 Uhr klingelt. Dann gehen sie in ihre Klassenräume. Diese Regelung gilt auch für die Klassen, die in den Containern bzw. im VHS-Trakt untergebracht sind.
Deutlich erfreulicher als die äußeren Unterrichtsbedingungen stellen sich die inneren dar: die Unterrichtsversorgung. Betrug der Unterrichtsausfall, bezogen auf die Stundentafel, im letzten Jahr noch 4%, so sind es in diesem Jahr nur 2,3%. Vor diesem Hintergrund hat die Schulkonferenz beschlossen, jede Klassenlehrerin, jedem Klassenlehrer eine Klassenleitungsstunde in der Woche zuzubilligen. Diese Stunde dient in erster Linie der pädagogischen Arbeit mit den Klassen, dann der Vermittlung von Lernkompetenzen und der Erledigung organisatorischer Dinge, zuletzt auch als "Zeitreserve" für den Fachunterricht.
Darüber hinaus fördern wir die Legastheniker und Legasthenikerinnen
mit einer zusätzlichen Deutschstunde in den Klassen 5 und 6, hinzu kommt je eine Stützkursstunde in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. "Erwirtschaftet" werden diese "Serviceleistungen" durch Kürzungen in den Bereichen Sport, Musik, Kunst sowie Religion/Philosophie.
Damit wäre ich schon beim nächsten Thema:
Das Grundgesetz regelt bekanntlich die Religionsfreiheit; das bedeutet für die Schule, dass keine Schülerin, kein Schüler gezwungen werden kann, am Religionsunterricht teilzunehmen. Bis zum 14. Lebensjahr liegt das Entscheidungsrecht bei den Eltern, danach entscheiden die Schülerinnen und Schüler selbst. Diejenigen, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, erhalten nach gültiger Erlasslage Philosophieunterricht, soweit eine Lerngruppe sinnvoller Größe gebildet werden kann. Bisher sind wir an unserer Schule so verfahren, dass wir den Philosophieunterricht erst ab Klasse 9 angeboten haben.
Vor Beginn des kommenden Schuljahres werden wir interessierten Eltern das Fach Philosophie an einem Informationsabend vorstellen und sie dann entscheiden lassen, ob ihre nicht religionsmündigen Kinder am Religions- oder Philosophieunterricht teilnehmen sollen. Eine nicht unwichtige Rolle spielt dabei allerdings die Versorgung mit Fachlehrkräften, die das Angebot im Fach Philosophie limitiert.
Gerhard Kreft
- Realschulrektor -
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