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Schon seit 1999 organisieren Brigitte Gall vom Verband Deutscher
Realschullehrer und Roland Reche von der Deutsch ‑Polnischen
Gesellschaft in Kiel Lehrerbegegnungen in Külz (Kulice).
Die fünfte Begegnung, also ein kleines Jubiläum wurde auch von Frau Gall
und Herrn Reche, aber diesmal in Schleswig - Holstein organisiert.

Zu diesem Treffen wurden die polnischen Teilnehmer aller bisherigen
Begegnungen eingeladen. Nach einigen Wochen reger Korrespondenz hatten
sich von der polnischen Seite 11 Teilnehmerinnen aus der Woiwodschaft
zachodniopomorskie (Westpommern) auf die Liste eingetragen. Wir
verabredeten uns auf dem Bahnhof Szczecin und traten die Reise gemeinsam
an. Die Reise mit der DB verlief gemütlich, war aber nicht frei von
Überraschungen und Action. Seit dem 25. April 2003 haben wir unseren
Wortschatz um ein neues Substantiv erweitert: "Schienenersatzverkehr".
Auf dem Bahnhof in Bad Kleinen wurden wir von Herrn Reche erwartet.
Während der Weiterfahrt wurden wir auch in die näheren Einzelheiten der
Organisation unseres Aufenthaltes eingeweiht. An den Bahnhöfen in Plön
und Raisdorf wurden wir von unseren deutschen Gastgebern erwartet und
herzlich begrüßt. Unsere Gastgeber waren uns schon von den früheren
Begegnungen in Kulice bekannt; es waren deutsche Lehrer, die uns für die
Woche bei sich aufnehmen wollten. Wir fuhren zu ihnen nach Hause und
führten Gespräche bis tief in die Nacht hinein. Am Samstag trafen wir
uns alle in der Realschule in Plön. Zuerst wurden wir vom Kreisschulrat
Lothar Lamb willkommen geheißen und nach einer Vorstellungsrunde, in
der alle zu Wort kamen, gab es ein schönes Mittagessen, das durch die
Hauswirtschaftslehrerin dieser Schule gemeinsam mit einigen Schülern
vorbereitet wurde. Danach unternahmen wir gemeinsam eine schöne
Seefahrt über die fünf Seen und der Rückweg war ein netter
Spaziergang. Abends gab es ein schönes Büfett und lange Gespräche. Für
den Sonntag haben sich unsere Gastgeber etwas Besonderes ausgedacht. Sie
nahmen uns mit auf Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung.
Als wir bei unserer Heimreise die Eindrücke zusammentrugen, kam dabei
eine lange Liste zusammen. Die polnischen Teilnehmerinnen waren an
diesem Sonntag in Lübeck, Eutin, Hamburg, Kiel, am Wattenmeer und in
Husum. Wir haben die Städte der Region besichtigt; einige waren in
Freilichtmuseum in Molfsee, andere am Marine‑Ehrenmal in Laboe und eine
kleine Gruppe war am Abend im Werfttheater in Kiel. An den folgenden
Tagen standen Schulbesuche in den Schulen unserer Gastgeber auf dem
Programm. Dieser Punkt war für uns von besonderem Interesse. Hier
konnten wir den Schulalltag an deutschen Schulen live miterleben. Wir
hatten die Möglichkeit, die Lehrergremien kennen zu lernen. Wir
hospitierten den Unterricht nicht nur in einem Fach, sondern gingen mit
unseren Gastgebern und auch mit anderen Lehrern zum Deutschunterricht,
Fremdsprachenunterricht, in die Stunden mit Geschichte, Erdkunde,
Chemie, Religion. Während dieser Hospitationen konnten wir interessante
Eindrücke sammeln, mit unseren deutschen Kollegen Erfahrungen
austauschen, methodische Unterrichtsformen analysieren, den
Stundenablauf miterleben, die Verhaltensweisen der Schüler während des
Unterrichts und in den Pausen beobachten. Außerdem sahen wir uns die
Schulbibliotheken an, analysierten die Lehrmaterialien, studierten den
Schulorganisationsplan, besichtigten die Schulanlage. Wir trafen uns mit
den Schulleitern und einige von uns hatten die Möglichkeit auch an
Treffen mit Eltern teilzunehmen. Einige von uns konnten deutsche Klassen
auf Kurztrips begleiten, eine Fahrt nach Schleswig ins Landestheater zur
Vorstellung „Das Herz eines Boxers“, verbunden mit Besichtigung der
Stadt und des Holm. Wir konnten auch dabei sein, als die Lehrer der
Realschule in Plön für ihre Wahlpflichtkurse Werbung machten und
versuchten, die Schüler für ihren Kurs zu gewinnen. Die Hospitationen
waren sehr aufschlussreich und wir glauben, dass sie sich als sehr
nützlich erweisen werden. Es war interessant mitzuerleben, dass der
Unterricht gegen 13 Uhr endet. Bei uns haben wir häufig Unterricht bis
15 Uhr.
Die Ausstattung der Klassenräume hat uns sehr gefallen und es ist
einerseits sehr schön, dass die Klassen ihre eigenen Klassenräume haben
und sie nach ihrem eigenen Geschmack ausstatten können, andererseits ist
es für die Lehrer wohl ein wenig kompliziert jede Stunde im anderen
Klassenraum Unterricht zu haben und z.B. Kassettenrecorder mitzutragen.
Wie erfuhren eine sehr nette Begrüßung durch die Schulleitung und das
Lehrerkollegium. Es war schön mit anzusehen, dass die Kinder aktiv am
Unterricht teilnehmen und allen Anweisungen der Lehrer folgten. Die
Kinder zeigten ein reges Interesse an Polen und dem polnischen
Schulwesen. Es ist auch sehr gut, dass den deutschen Schülern die
Möglichkeit geboten wird, Wahlpflichtkurse nach ihrer eigenen Wahl zu
besuchen. Am Mittwoch trafen wir uns alle gemeinsam zum letzten
Treffen in der Realschule Raisdorf zusammen. Zu diesem Treffen
erschien auch die Schulleitung der Raisdorfer Schule, durch die wir sehr
herzlich begrüßt wurden. Danach führten wir Gespräche übe die neuen
Eindrücke und Erfahrungen, die uns in den letzen Tagen zuteil wurden.
Mit Gastgebern und anderen Lehrern führten wir Gespräche über die
Möglichkeit der Erweiterung unserer Kontakte und künftiger Projekte. In
netter Runde wurden Lieder gesungen, Meinungen und Adressen
ausgetauscht. Am 1. Mai traten wir die Heimreise an, und sie verlief
ähnlich wie die Hinfahrt, aber dank der langen Reisedauer konnten wir
alle Eindrücke sammeln und Informationen austauschen. Wir möchten diese
Möglichkeit nutzen, wiederholt Dankesworte unseren Gastgebern, den
Veranstaltern, den Schulleitungen und allen Lehrern und Personen, die an
dieser Begegnung beteiligt waren, auszusprechen.
B. Gall (
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